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Die Ära Serazio

Bei der Jahreshauptversammlung 1972 kam es zu einem Wechsel in der Vorstandschaft. In das Amt des 2. Vorstandes wurde Konstantin Schuler gewählt, 1. Vorstand blieb Hans Lang. Für den Dirigentenposten stellten sich fünf Bewerber vor, wobei die Entscheidung nach dem Probedirigat auf Max Serazio fiel. Die offizielle Übergabe des Dirigats an den neuen Stadtkapellmeister, den ersten hauptamtlichen Stadtkapellmeister der Stadt Pfullendorf, fand am 09. 06. im Probelokal der Stadtmusik statt. Max Serazio gründete im November dann die städtische Musikschule.  

Am Dreikönigstag, dem 06. 01. 1973, fand traditionsgemäß das Jahreskonzert, erstmals unter der Leitung von Max Serazio, im überfüllten Adler-Festsaal, statt. Im April nahmen Pfullendorfer Jungmusiker das erste Mal an dem Wettbewerb “ Jugend musiziert” teil. Sie erzielten dabei einen ersten und einen dritten Platz. In den folgenden Jahren hatten die Musikschüler wie auch das Jugendorchester noch viele große Erfolge. Kammermusikalisch zeigte die Stadtmusik ihr Können am 27. 04. mit ihrem ersten Kirchenkonzert.  

Vom 29. 06. - 01. 07. fand das Bezirksmusikfest in Pfullendorf statt. Die Stadtmusik fuhr in diesem Jahr vom 25. – 27. 08. nach Bonn, wo sie einen großen Festumzug anführte.

Beim Bundesmusikfest mit Internationalem Wertungsspiel in Onstmettingen am 19. 06. 1974 erlangte die Stadtmusik mit den Musikstücken “ Attila” und “ Tryptichon” von Ernest Majo einen 1. Rang mit Auszeichnung in der Oberstufe. Dies war zugleich das erste Wertungsspiel unter Max Serazio. In diesem Sommer nahm die Stadtmusik das erste Mal am Hafenkonzert des Südwestfunks in Friedrichshafen teil.  

Das Festliche Jahreskonzert fand im Jahre 1975 am 04. und 06. 01. statt. Bei diesen gelungenen Konzertabenden wurde Stadtkapellmeister Max Serazio von Bürgermeister Hans Ruck zum Städtischen Musikdirektor ernannt.
Vom 05. – 07. 09. reiste die Stadtmusik nach Laufenberg am Rhein, um an den drei Internationalen Blasmusiktagen teilzunehmen. Dort gab sie am Sonntagabend ein Festkonzert.

In der Jahreshauptversammlung am 18. 01. 1976 wurde der 1. Vorsitzende Hans Lang von Hermann Kaister abgelöst. Zweiter Vorsitzender blieb Konstantin Schuler.
Am 19. 06. nahm die Stadtmusik am Wertungsspiel in Immenstaad teil und erzielte einen 1. Rang mit Auszeichnung in der Oberstufe für ihre zwei vorgetragenen Musikstücke.
Am 03. 07. gab sie das zweite Mal für den Südwestfunk ein Platzkonzert, welches aus dem Casino der Alno Möbelwerke direkt übertragen wurde.
Das Festliche Jahreskonzert am 11. 12. fand aufgrund der gleichzeitigen Verleihung der Pro-Musika-Plakette durch den Landrat Dietmar Schlee im Casino der Alnowerke statt.

Auf Einladung der Gesellschaft “Schwaben International” spielte die Stadtmusik am 28. 08. 1977 auf der Bundesgartenschau in Stuttgart.

Bei der Jahreshauptversammlung am 17. 02. 1978 fand ein Wechsel in der Vorstandschaft statt. Der 1. Vorstand Hermann Kaister, der aus beruflichen Gründen zurücktrat, wurde von Eugen Bohl, der 2. Vorstand Konstantin Schuler, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat von Peter Gsell abgelöst.
Beim ersten Kreismusikfest des neuen Kreisverbandes Sigmaringen am 04. 06. in Frohnstetten nahm die Stadtmusik das erste Mal bei einem Wertungsspiel in der Kategorie Höchststufe teil. Mit der Suite “Florian Geyer” und der “Triologie”, beide von Helmut Haase-Altendorf, erreichte sie die höchste Bewertung, einen 1. Rang mit Auszeichnung. Am 09. 06. fand eine weitere Rundfunkaufnahme für den Südwestfunk im Casino der Alno Möbelwerke statt.
Beim Jahreskonzert am 16. 12. im vollbesetzten Casino der Alnowerke wurde im zweiten Teil die neue Einheitskleidung vorgestellt. Dazu passend gab es "Big-Band-Melodien" vom Feinsten.

Im Jahre 1979 veröffentlichte die Stadtmusik eine Schallplatte.  

Bei der Jahreshauptversammlung am 22. 02. 1980 fand ein Wechsel in der Vorstandschaft statt. Erster Vorsitzender blieb Eugen Bohl, doch der Zweite Vorsitzende Peter Gsell wurde von Karl Frick abgelöst.

Am 10. 07. umrahmte die Stadtmusik die Amtseinführung des Landrates Jürgen Binder musikalisch. Vom 13.- 15. 09. fand in Pfullendorf das 1. Verbandsmusikfest mit Marschmusikbewertung statt, bei der die Stadtmusik einen ersten Rang mit Auszeichnung erreichte. Das Jahreskonzert wurde dieses Jahr in der Stadtkirche St. Jakob ausgetragen.

Im Februar 1981 veranstaltete die Stadtmusik zum ersten Mal am Rosenmontag ein Narrenkonzert in der Rathauspassage, das Gredfest. Am 05. 07. erreichte die Stadtmusik ihren bisher größten Erfolg auf Landesebene beim ersten Landesmusikfest des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg in Heilbronn. Mit dem Pflichtstück “Fahrendes Volk” von Haase- Altendorf und dem Wahlstück “Alpenmelodie” von Gustav Lolterer erreichte sie den ersten Platz mit Auszeichnung in der Höchststufe.

Bei der Jahreshauptversammlung 1982 wurde der erste Vorsitzende Eugen Bohl von Manfred Walk, der zweite Vorsitzende Hermann Riester von Hermann Kaister abgelöst. Zum ersten Mal fand im Jahre 1982 eine Stadtgartenhockete der Stadtmusik statt.

Im Juni 1983 nahm die Stadtmusik am Wertungsspiel in Sigmaringendorf teil und erhielt für hervorragende Leistungen einen 1. Rang mit Auszeichnung.

In die Herzen der Briten hat sich die Stadtmusik bei ihrer Fahrt nach London vom 06. 07.bis 09. 07. 1984 gespielt. Neben einem Platzkonzert vor dem Hotel und einem Festumzug, übernahm sie die musikalische Unterhaltung beim Heimatabend des “Edel-Weiss-Club Luton”.
Das Festliche Jahreskonzert, in dessen Rahmen dem Stadtmusikdirektor Max Serazio vom Blasmusikverband Baden-Württemberg die Fördermedaille in Gold überreicht wurde, fand am 15. 12. im Casino der Alno Möbelwerke statt.

Beim Landesmusikfest in Tuttlingen am 02. 06. 1985 nahm die Stadtmusik am Wertungsspiel in der Marschmusikbewertung teil und erreichte trotz eines verlorenen Schuhs und zwei verlorener Uniformknöpfe einen 1. Rang mit Auszeichnung.
Das diesjährige Jahreskonzert am 21. 12. war das erste in der neuen Stadthalle.

Das Jahr 1987 begann für die Stadtmusik am 03. und 04. 01. vor 60 000 Zuhörern in der Westfalenhalle in Dortmund auf der CDU- Wahlkampferöffnung.

Mit einer neuen Uniform, der Tracht, die aus einer Kniebundhose, einer Weste, Trachtenschuhen und einem Federhut besteht, überraschte die Stadtmusik ihre Gäste an der Stadtgartenhockete am 04. 09. 1988.  

Am 07. Juli 89 reiste die Stadtmusik zum großen Welt - Musikfestival nach Kerkrade Holland um sich beim Marschmusikwettbewerb der Jury zu stellen. Mit den Märschen “Alpenjäger” und “Musketier Marsch” gelang dem Orchester, unter der Leitung von Max Serazio, ein sensationeller Erfolg. Die Stadtmusik kehrte mit einer Goldmedaille und unter Begleitung der Freiwilligen Feuerwehr mit Martinshorn und Blaulicht zurück. Mit grossem Jubel wurde sie durch Bürgermeisterstellvertreter Schondelmaier auf dem Stadtseefest begrüsst mit den Worten: "Ein grosser Tag für Deutschland: Steffi und Boris gewinnen in Wimbledon, die Stadtmusik wird Weltmeister in Holland!"

1990 trat die Stadtmusik erneut bei einem Wertungsspiel in Ostrach an. Mit dem Stundenchor und dem Selbstwahlstück “Alpenmelodie” konnte man das Gehör der Wertungsrichter überzeugen. So gelang es der Stadtmusik einmal mehr, in der Höchststufe einen 1. Rang mit Auszeichnung zu erspielen.

Abwechslungsreich ging es in diesem Vereinsjahr weiter. So nahm man im Juni 1990 beim deutschen Feuerwehrtag in  Friedrichshafen, dem auch Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl beiwohnte, teil. An 175. Stelle marschierte die Stadtmusik, nach einer langen Wartezeit bei grosser Hitze durch die Stadt.

Höhepunkt zum Ende des Jahres 1990 war das Jahreskonzert - verbunden mit der Präsentation der neuen silbergrauen Uniform.  Italienische Kompositionen, Melodien Österreichischer Militärkapellmeister und Melodien im Wandel der Zeit bildeten dazu einen buntgemischten Melodienstrauß.  

Am 05. Mai 91 fand nach vielen Jahren wieder ein Bläserkonzert in der Stadtkirche statt.

Auch beim  20. Jahreskonzert  bewies Herr Serazio eine glückliche Hand bei der Zusammenstellung des Konzertprogramms. Eine besondere Note verlieh diesem Konzert das Mitwirken des Kinderchores “Die Donaulerchen”. In der Laudatio anlässlich des Jubiläumskonzertes würdigte Ulrich Lohwasser  die Leistungen der Stadtmusik Pfullendorf. Sie bilde mit Ihrem Konzert einen Höhepunkt zum Abschluß des kulturellen Jahres in Pfullendorf. Eine besondere Ehrung kam dem Vorsitzenden Manfred Walk zu. Er wurde für besondere Verdienste um die Stadtmusik Pfullendorf mit der Fördermedaille in Silber des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Veränderungen in der Vereinsführung ergaben sich bei der Generalversammlung am   20. 03. 92. Manfred Walk setzte in diesem Jahr hinter seine 10-jährige Vorstandstätigkeit einen Schlußpunkt. So übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden Hermann Kaister, der bis dato den 2. Vorsitz inne hatte. In das Amt des 2. Vorsitzenden wurde Sigfried Butz gewählt.

Anläßlich des 20-jährigen Jubiläums der Städtischen Bläserschule fand am 28. Mai 92 ein Jubiläumskonzert in der Stadtkirche statt.  Dieses Konzert wurde von ehemaligen Musikerinnen und Musiker der Bläserschule bestritten. Gefeiert wurde das Jubiläum in Verbindung mit dem Tag der Bläserjugend des Kreisverbandes Sigmaringen, der am 30. Mai 92 in der Stadthalle in Pfullendorf ausgerichtet wurde.

Mit dem Stundenchor  “Das Käthchen von Heilbronn” und dem Selbstwahlstück “Dramatische Legende” erspielte sich Max Serazio, im Jahre 1993 mit seinen Musikerinnen und Musikern beim Wertungsspiel in Inneringen die beste aller erreichbaren Noten "sehr gut"!

Am 20. Mai 93 feiert die Stadtmusik ein Wiedersehen mit der Harmonie St. Cäcilia Holland Kerkrade. Die freundschaftlichen Beziehungen, die beim Weltmusikfestival in Kerkrade 1989 geknüpft wurden, konnte an diesem Wochenende vertieft werden. Mit einem Doppelkonzert und einem gemeinsamen Rahmenprogramm wurde das Wiedersehen gefeiert.

Im September 93 folgten Rundfunkaufnahmen mit dem Aufnahmeteam des Südwestrundfunkes Freiburg. Innerhalb dreieinhalb  Stunden wurden 7 Titel in der umfunktionierten Sechslindenturnhalle auf Tonband eingespielt. Zu hören waren diese Aufnahmen kurze Zeit später in der Sendung “Platzkonzerte”.  

1994 erfolgten erneut Rundfunkaufnahmen mit dem Aufnahmeteam der Südwestfunkstudios.

Am 17. März 95 fand in der Stadthalle Pfullendorf ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Werkstättles, mit der der Stadtmusik Pfullendorf und dem Heeresmusikkorps 10 aus Ulm, statt.

Im Juni 95 übernahm die Stadtmusik die musikalische Umrahmung des Festaktes, anläßlich der 775-Jahrfeier der  Stadt Pfullendorf in der Stadthalle.

Am 25. 07.95 folgte ein absoluter Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt Pfullendorf und dem Jahresprogramm der Stadtmusik. Ein Openairkonzert auf dem Stadtsee mit der Gruppe Kir Royal und der Stadtmusik, bildete einen glanzvollen Abschluß der 775-Jahrfeier mit dem "Spektakulum".

Das Jahreskonzert der Stadtmusik bildete den Abschluß des Festjahres 95. Max Serazio wurde an diesem Abend für seine 35-jährige Mitgliedschaft im Blasmusikverband  mit der goldenen Ehrennadel des Blasmusikverbandes und mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.  Nach 23 Jahren seines Wirkens bei der Stadtmusik  Pfullendorf wurde Herr Serazio an diesem Abend verabschiedet. Aufgrund seiner großartigen Leistungen und Erfolge mit der Stadtmusik wurde der scheidende Dirigent zum Ehrendirigenten ernannt.

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